Realitätsprothese KI

Ich bin sehr sicher, daß diese junge Technologie „Künstliche Intelligenz“ in ihrer Wirkung Kategoriensprünge machen wird, um mit enormer Wucht in unsere vertrauten kulturellen Verhältnisse zu fahren.

Durch diese Realitätsprothese werden wir in unseren Vorstellungen, was Realität sei, ziemlich erschüttert werden. Wir haben in den letzten zehn Jahren ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, welche Wirkung EDV-gestützte Systeme an uns Menschen entfalten können. Eines der jüngeren Phänomene sind Bots, also kleine Programmpakete, die im Web reale Personen simulieren und sich via Social Media in gesellschaftliche Prozesse schrauben.

Das geschieht im Kielwasser von „Trollen“, also realen Personen, die in Legionsstärke auf Gesellschaften einwirken; etwa bei Wahlkämpfen. Ich halte bei all dem überhaupt nichts von Alarmgebrüll. Wir sind ganz einfach gefordert, unter solchen Bedingungen neu zu klären, auf welche Arten wir unsere Auffassungen von Realität sichern möchten.

Als Kulturformation eignet sich der Archipel, dabei in einer kontrastreichen Netzkulturpraxis dazu, die Verbindungen zwischen Realraum und Cyberspace exemplarisch zu verwalten. Anders ausgedrückt, wir sind im Raum realer sozialer Begegnungen zuhause, wir erweitern unsere Möglichkeiten mittels Telepräsenz und Teleworking.

Da sollten wir es nicht irgendeiner Software überlassen, die Regeln des Umgangs miteinander zu bestimmen. Wir tun das in unserer soziokulturellen Praxis nach eigenen Ideen. Im Jahr 2026 schwerpunktmäßig über das Projekt „Mini Fabula“, aber auch mit einer Verzweigung zu „Art Challenge“, einer Plattform, bei der die Befassung mit KI eine wichtige Rolle spielt.

Die freundlich wirkende Illustration zu dieser Glosse ist ein reines KI-Produkt, aus einer Textzeile entstanden. Profianwendungen schaffen natürlich ganz andere, weit komplexere Aufgaben.

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