Vernetzung: Eine Duftmarke?

Gleisdorf im Trüben? Mit uns nicht. Das Wort Vernetzung wurde zu einer Generalfloskel im steirischen Kulturgeschehen, wo es um das Lukrieren von Ressourcen geht. Eine kulturpolitische Duftmarke. Oft steht es freilich bloß für eine Mailingliste, über die gelegentlich zu einem Plauderstündchen gebeten wird.

Das ist mitunter die Kulisse, hinter der versierte Kräfte die Nutzung verfügbarer Ressourcen verhandeln. Dazu sollte wenigstens innerhalb der Kulisse, also auf offener Bühne, sichtbar und nachvollziehbar werden, wovon die Vernetzung konkret handelt.

Das meint: Themenstellungen, Arbeitsschritte und Ergebnisse. Im „Archipel“ ist der Fokus auf Wissens- und Kulturarbeit gerichtet. Dabei spielt die Gegenwartskunst eine zentrale Rolle. (Kreatives Basteln ist da nicht vorgesehen.)

Die Kunst hat weiters ein Experimentierfeld auf dem Terrain von „Art Challenge“. Dort ist ein spezieller Schwerpunkt der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ gewidmet, die derzeit unsere Kultur aufrollt. Das hat freilich auch enorme kulturpolitische Konsequenzen.

Etliches davon ist bei „Kunst Ost“, dem kulturpolitischen Kompetenzzentrum, verdichtet. Der Bogen reicht dort vom Kunstdiskurs bis zum Thema Gewalt gegen Frauen. Dazwischen kommen natürlich auch kritische Betrachtungen der Regionalentwicklung vor.

Viele der Teilthemen, die im „Archipel“ eine Rolle spielen, dazu laufende Dokumentationen, sind im „Austria-Forum“ archiviert. Das ist die älteste österreichische Wissensplattform im Internet, 1996 als österreichisches Kulturinformationssystem A.E.I.O.U. erstmals online.

Zu all dem gibt es ein Projekt-Logbuch („Tesserakt“), in dem jeweils aktuelle Projektschritte gelistet werden. Und natürlich steht unsere Arbeitsplanung für 2026 längst, reicht ins zweite Halbjahr, denn wir sind eine autonome Kulturformation, bei der nicht erst darauf gewartet wird, ob öffentliche Gelder daherkommen.

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