Ein Bonmot besagt: Man soll keine gute Krise vergeuden. Das gilt natürlich auch für die Kulturpolitik. Da besonders, weil etwa Gegenwartskunst mit viel Unklarheit assoziiert wird.
Die Gleisdorfer Kulturformation „Archipel“ ist von Menschen getragen, welche für ein geistiges Leben einstehen, das zur Zukunftsfähigkeit eines Gemeinwesens Beiträge liefert. Sowas ereignet sich bloß zum Teil in öffentlichen Veranstaltungen.
Das Wesentliche sind dabei die themenbezogenen Arbeitsprozesse, was sich gelegentlich in verschiedenen Kunstprojekten und Veranstaltungen ausdrückt. Die aktuelle Übersicht:
Im „Archipel“ ist kein kulturpolitischer Standardmodus vorgesehen. Wie die alte Methode oft aussieht? Ein bißl nach privater Kulturmanagement-Initiative, die Schlagworte formuliert, Geld aufstellt, ein knackig klingendes Thema ausgibt und dann schaut, was von Künstlerinnen und Künstlern zum Thema so ungefähr passend daherkommt, um einen Teil des akquirierten Geldes wieder auszugeben.
Das ist voriges Jahrhundert. Die aktuelle Krise regt uns an (oder zwingt manche), solche Modi zu überdenken und neue Ideen zu entwickeln. Darum eben: Man soll keine gute Krise vergeuden. (Das Bild habe ich per KI gebastelt: armer Poet und Fan von Yayoi Kusama.)

