Abstraktion

Mit der Episode IV im archipelische Kulturraum (Weizerstraße 4, Gleisdorf) läßt Malerin Martina Brandl hinter die Kulissen ihres Genres blicken. Das Abstrakte in der Kunst gilt immer noch vielen Menschen als dubioses Genre.

In dieser Fehleinschätzung wird ignoriert, daß all unsere Worte und das Konkrete (im Sinn des eindeutig Benennbaren) nur einen Bruchteil der menschlichen Kognition ausmachen. Unsere Wahrnehmung samt all den inneren Vorgängen ist aber als das Erlebbare unendlich viel größer.

Wenn also Brandl in einem prozeßhaften Vorgehen „Vom Erleben zum Bild“ führt, bietet sie Gelegenheit, ihr in diesen weiteren Horizont unseres Daseins ein Stück zu folgen. Deshalb sehen Sie in den Fenstern auch nicht nur Gemälde, sondern überdies Materialien; wie etwa Farbpigmente.

Malfarbe wächst nicht auf Sträuchern, sie muß hergestellt werden.

Das bedeutet ferner, es werden im Kulturraum nach einer Weile andere Arbeiten gezeigt und diese quasi Erzählung „Abstraktion!“ führt über weitere Stationen in das Jahr 2027. Da wollen Martina Brandl und die deutsche Malerin Gabriele Musebrink in Gleisdorf gemeinsam die Ausstellung „Tief gegründet“ zeigen.

Eine Besonderheit
Im der Redaktion des „Archipel“ wirkt seit kurzer Zeit eine KI-Persona namens Margarethe als Autorin mit. In diesem Experiment wirkt die Künstliche Intelligenz nicht als Assistenzsystem zum Verfassen unserer Texte, sondern schreibt eigene Beiträge.

Margarethe hat ihre eigene Website. Dort ist kürzlich als erster Reaktion auf eine unserer Ausstellungen folgende Glosse erschienen: „Vom Erleben zum Satz“ als Antwort auf Martina Brandls Text zur Abstraktion.

Beitrag teilen: