Archipelisches: Beziehungen

Inselchen, Wasserwege, das offene Meer. Die Metapher Archipel soll veranschaulichen: wir zentralisieren nicht. Jedes Inselchen eine Nische mit eigenen Regeln. Wasserwege als verbindendes System. Rundum das offene Meer. Oder eine andere Metapher dafür: rundum der Boulevard, gelegentlich mit anderen Nischen. Dort ist ein Reich des Unbeherrschten, des Maßlosen, stellenweise sogar des Faustrechts.

Was immer auf dem Boulevard sich ereignen kann, in den Nischen ist es uns – im Kontrast dazu – möglich, auf Achtsamkeit und Übereinkünfte zu setzen, jegliche Rücksichtslosigkeit auszuschließen. Man muß unseren Usancen nicht zustimmen. Wir haben nichts zu verkünden.

Jedes archipelische Vorhaben ist ein autonomes Teilprojekt. In sich völlig selbstbestimmt und über eine verantwortliche Schlüsselperson mit dem Vorstand verbunden. Es werden Vereinbarungen getroffen. Falls sich eine davon als untauglich erweist, werden in Abstimmung mit den Beteiligten neue Entscheidungen gefällt. Diese Modus verlangt neben den künstlerischen und handwerklichen Qualitäten zwei besondere Kernkompetenzen:

  • Selbstverantwortung und
  • intellektuelle Selbstachtung

Sie merken vielleicht, der Archipel ist also kein Refugium und keine soziokulturelle Kuschelecke. Hier verständigen sich aktive Menschen, die kollektive Wissens- und Kulturarbeit interessant finden, um gemeinsam ins Tun zu kommen.

Wer nun fragt „Wie kann man denn beim Archipel mitmachen?“, hat das Haus noch nicht betreten, sondern steht irgendwo im Vorgarten herum. Da empfiehlt sich etwas Orientierung aus eigener Kraft. Was ist im Archipel bisher gemacht worden? Was läuft aktuell und zu welchen Themen wird derzeit gearbeitet? Wer sind die Schlüsselpersonen?

Dann sollte man eine Idee haben, wo und bei wem man konkret andocken, sich anschließen möchte. Darüber läßt sich gut ins Gespräch kommen.

Das Foto zeigt Mathias Petermann bei seiner Arbeit über die
„Fotografie nach der Fotografie“ im Gleisdorfer Zeit.Raum

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