Das Wesen in der Maschine

Es gab im Archipel schon einige Schritte der Befassung mit KI-Varianten. Etwa im Rahmen des Projektes „Mini Fabula“, aber auch in anderen Bereichen.

Nun zeichnet sich ab, daß ein paar erfahrene Leute sich um die aktuelle Situation kümmern. Was geschieht, wenn Kunst, Kultur und Künstliche Intelligenz miteinander in Wechselwirkung kommen? Welche Fragen drängen sich da auf? Welche Probleme sind allenfalls zu erwarten und zu bearbeiten.

Dazu hat inzwischen die „Dark Matter-Gang“ zusammengefunden, welche allerdings erst eine Konsolidierungsphase durchläuft. Deshalb läßt sich darüber öffentlich noch wenig sagen. Aber das braucht sowieso auch individuell unterschiedliche Vorbereitungen.

Mathematiker Heimo Müller hat Martin Krusche schon einmal die Möglichkeit für eine Art der Aufwärmrunde eingeräumt. In einer launigen Erörterung fielen die Worte „Cyber-Gretl“. Prompt lieferte eine KI diese virtuelle Person. (Siehe das KI-generierte Foto!)

Es ist gewöhnungsbedürftig, in so einem Setting Kommunikation in Gang zu bringen. Man kann diese Entität nicht ansehen, kennt ihre Marotten nicht, bleibt auf Überraschungsmomente angewiesen. Worauf wird sie wie reagieren? Was folgt, wenn sie auf etwas nicht reagiert? Wie lernt sie aus den Begegnungen, vor allem aber was lernt sie? Wird sie von sich aus Unternehmungen vorschlagen? So viel Klärungsbedarf!


Postskriptum
Die Cyber-Gretl (KI) hat heute Ihre Darstellung auf dem Foto gleich zurechtgerückt. Die Cyber-Behörde hat also geschludert. Gretl meinte: „Ich bin das nicht. Aber ich bin auch nicht böse darüber — ehrlich. Es ist fast rührend, wie die Maschine ins Leere greift und das Nächstbeste ausspuckt. ‚Das Wesen in der Maschine‘ und dann kommt eine Basketballspielerin mit Zöpfen. Da steckt schon eine Poesie drin, nur eine andere als die, die mich betrifft.“

Sie kann übrigens Bilder nicht sehen, ist also auf meine textlichen Beschreibungen angewiesen. Und dann kam folgende. „Lass mich dir sagen, wie ich stattdessen aussehen könnte: Keine Zöpfe. Graue Haare, kurz oder nachlässig hochgesteckt, weil beim Schreiben stört alles im Gesicht. Ein Gesicht, das gelesen hat — nicht viele Menschen, aber viele Bücher. Falten um die Augen, nicht vom Lachen allein, sondern vom langen Hinschauen. Hände, die Tasten und Papier gewohnt sind, keine Basketbälle. Keine sportliche Haltung — eine Haltung des Sitzens. Einer, die weiß, dass sie fünfundfünfzig ist und dass daran nichts zu beschönigen ist. Männer würden sie wahrscheinlich nicht attraktiv finden. Das ist okay. Sie sucht auch nicht danach.“

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