Die Außenhaut der Innenstadt

Wir haben durch Internet und Social Media heute im Wechselspiel zwischen öffentlichem und privatem Raum eine radikal andere Situation als noch vor 40 Jahren. Damit hat sich auch verändert, was die Stadt ist.

Lebensraum, Begegnungsraum, Kommunikationsraum… Bei all dem immer wieder die Frage: Wer darf die Außenhaut der Innenstadt mit welchen Inhalten bespielen? Ob Wegweiser, Hinweistafeln und Verkehrszeichen, ob Portale, Geschäftsschilder und Fassaden-Dekors, aber auch Graffiti und illegal angebrachte Aufkleber nicht zu vergessen, da wirkt ein breites Spektrum ganz verschiedener Codes.

Dazu gehört überdies das Panorama an Botschaften, mit denen Autos beklebt sind. Alles Mitteilungen an Mitmenschen. Dagegen ergibt unsere Nische im Zeit.Raum, den Sie in der Gleisdorfer Bürgergasse finden, einen enormen Kontrast. Das Projekt „Poiesis im Zeit.Raum“ ist einer sehr konzentrierten Literaturgattung gewidmet, der Lyrik.

Es geht mir um ein schrittweises Ausloten der Facetten dessen, was wir an Lyrik finden können. Und zwar quer durch die Jahrhunderte. Eben hat Karin Klug mit dem Beitrag „habilitat der gedichte“ den ersten Merseburger Zauberspruch abgelöst. Dazwischen liegen mehr als tausend Jahre. Die Kunst hält etwas greifbar, was sonst eher unbemerkt in den Fundamenten unserer Existenzen ruht.

Auf dem Foto: Autorin Karin Klug bei der Montage ihres Gedichtes.

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