Genres und Intentionen

Falls eine Kommune sich Kulturreferate oder wenigstens einzelne Kulturbeauftragte leistet, falls dazu Budgets aus öffentlichen Geldern verwendet werden, ist die Frage nach dem jeweils verwendeten Kulturbegriff unverzichtbar.

Welche Genres werden in der Region vertreten, betreut, bedient? Hier einige der Bereiche, die ich alphabetisch reihe, um in dieser Erörterung keine Hierarchie anzuwenden. Die lokal und regional unterschiedlichen Hierarchien ergeben sinch aus der Verteilung der Ressourcen, aus der jeweiligen Mittelzuwendung.

a) Entertainment, b) Gegenwartskunst, c) Hobbykunst, d) Kunsthandwerk, e) Marketing, f) Popularkultur, g) Volkskultur und h) Wissens- und Kulturarbeit.

Sie können für jedes Genre und seine eventuell bevorzugte Gewichtung gute Gründe finden. Kunst- und Kulturschaffende sollten freilich darauf bestehen, daß dabei keine verdeckten Intentionen wirksam werden. Das gilt gleichermaßen für Kulturinitiativen.

Als Beispiel: Wenn jemand einfach Unterhaltungsprogramme bieten möchte, dabei den Fokus auf Popularkultur setzt, ist das unanfechtbar, aber das hat nichts unter der Flagge der Kunst verloren. Kultur als Imagefaktor für das Marketing ist naheliegend, wenn das keine falschen Aufschriften bekommt.

Kulturmanagement ist ein ganz anderer Job, als Wissens- und Kulturarbeit. Gegenwartskunst und Hobbykunst (Voluntary Arts) sind vollkommen verschiedene Felder mit ganz unterschiedlichen Anforderungen und Aufgaben. Es muß einem völlig frei stehen, Genres auch beliebig zu kombinieren. Solange die Etiketten nicht verfälscht werden, kann man sowas seriös bearbeiten und gut vertreten.

Die Skulptur auf dem Foto finden Sie im kleinen Park zwischen dem Gleisdorfer Service-Center und dem Haus der Musik.

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